BAHA (Bone Anchored Hearing Aid)

BAHA - Knochenverankerte Hörhilfe

Diese Art der Hörprothetik nutzt die natürliche Knochenleitung: Akustische Schwingungen setzen sich im Schädelknochen fort und gelangen dadurch ins Innenohr. Es gibt mittlerweile unterschiedliche Varianten dieser Knochenleitungsimplantate. Die BAHA-Systeme gehören zu den Teilimplantaten, weil die Schallaufnahme über außerhalb des Körpers getragene Elemente erfolgt.

Die akustischen Signale werden zunächst von einem externen elektromagnetischen Prozessor in Vibrationen umgesetzt und über eine Kupplung an eine fest im Schädelknochen implantierte Titanschraube geleitet. Dieser Knochenanker überträgt die Schwingungen verstärkt auf den Knochen, sodass sie das Innenohr, die Cochlea, erreichen. Der Gehörgang und das Mittelohr werden dabei umgangen. Bei einseitiger Taubheit können die Vibrationen auch gezielt an die gegenüberliegende Kopfseite geleitet werden, wodurch wieder ein räumliches Hören möglich wird. Bei Kleinkindern wird der Vibrator lediglich mit einem Stirnband fixiert, weil der Schädelknochen noch zu dünn.

» Kurze Animation zur BAHA-Funktionsweise (wmv)
» Kurze Animation zur CROS Versorgung (wmv)

Für wen ist BAHA geeignet?

Baha ProzessorBei chronischen Entzündungen, anatomischen Fehlbildungen oder Radikalhöhlen ist die Nutzung eines konventionellen Hörgerätes nicht mehr möglich, weil die Luftschallleitung ausfällt. Hier ist die knochenverankerte Hörhilfe eine Lösung:

Einseitige Ertaubung (CROS-Versorgung), Fehlbildungen oder Verschluß des Gehörgangs, Entzündungen des Gehörgangs, Mittelohrerkrankungen, wiederkehrende Entzündungen nach Radikaloperation.


Operation, Nachsorge und Anpassung

Die Operation kann meistens bei örtlicher Betäubung durchgeführt werden. Zunächst wird eine Knochenbohrung im Bereich hinter dem Ohr durchgeführt und eine 3 - 4 mm lange Titanschraube eingedreht. Danach im Anschluß oder erst bei einer weiteren Operation wird der Hautbereich ausgedünnt und enthaart, um spätere Entzündungen oder Hautwulste zu verhindern. Aus der Haut ragt ein Aufsatz (perkutaner Pfeiler) heraus, der frühestens nach 6 Wochen nach der Implantation belastet werden darf. In dieser Zeit verwächst die Titanschraube mit dem Knochen (Osseointegration) und das Entzündungsrisiko ist gesunken. Bei 99 % der Erwachsenen und bei 90 % der Kinder verläuft die Einheilung erfolgreich.

Baha Kupplung Die sorgfältige Pflege der Haut um das Implantat herum ist sehr wichtig. In der Einheilungszeit ist eine antibiotische Salbe oder eine Cortisonsalbe empfohlen, langfristig stehen Reinigungsutensilien der Hersteller zu Verfügung. Die Kliniken führen halbjährliche Kontrollen des Implantates durch. Duschen, Baden, Saunen und Schwimmen sind nach der Einheilung problemlos möglich.


Nach 6 - 7 Wochen wird der Prozessor auf die kleine Kupplung am Kopf aufgesetzt und in Betrieb genommen. Die individuelle Anpassung im HTZ erfolgt natürlich ambulant. Mehrere Programme für verschiedene Hörsituationen und technisches Zubehör stehen zur Verfügung. Im HTZ Potsdam werden Sie dazu persönlich beraten.

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