Ambulante Rehabilitation

Hörtraining nach auditiv-verbalem Ansatz



Entsprechend der Hörbiografie gestaltet sich der Beginn mit dem „neuen Hören“ sehr unterschiedlich. Mithilfe des individuellen Hörtrainings überprüft man daher gezielt die optimale CI-Anpassung. Es bietet Übungsstufen zum Sprachverstehen. Die Abbildungen zeigen die Logopädin Frau Hartmann und einen CI-Träger beim Hörtraining, das mit Lautsprechern und Textdarstellung am Monitor unterstützt wird. Die Hörübungen orientieren sich dabei stets an den Lernfortschritten der Patienten. Das Hörtraining umfasst folgende Übungsbereiche:

Detektion (Wahrnehmen von Geräuschen, Tönen, Sprachlauten und Wörtern)
Diskrimination (Unterscheiden von Geräuschen, Tönen, Sprachlauten und Wörtern)
Identifikation (Benennen und Zuordnen von Geräuschen, Tönen, Sprachlauten und Wörtern)

Basisübungen beginnen mit der Geräuschdifferenzierung und –identifikation, begleitet vom Erkennen von Silben- und Wortlängen. In ruhiger Umgebung werden Vokal- und Konsonantendifferenzierung geübt. Das offene Sprachverstehen kommt sogar ohne Lippenabsehen aus. Fortgeschrittene Übungen betreffen das Sprachverstehen im Störgeräusch und das Telefontraining. Mit steigendem Hörvermögen verbessern Hörgeschädigte auch ihre eigene Sprechweise und Artikulation.

nach obenHör- und Sprachtests

Die Qualität des Hörvermögens mit CI entwickelt sich über einen individuell unterschiedlichen Zeitraum. Um speziell auf die Bedürfnisse und die Entwicklung des einzelnen Patienten eingehen zu können, wird daher der Therapieverlauf dokumentiert. Wir führen in regelmäßigen Abständen Hör- und Sprachtests durch, die Aufschluß über den Erfolg der bisherigen Reha-Maßnahmen geben. Zur Qualitätssicherung wird der gesamte Rehabilitationsverlauf nach der CI-Versorgung dokumentiert.

Abbildung: Beim Hör- und Sprachtraining setzt die Audiotherapeutin Frau Zabel im HTZ auch optische Mittel ein. Die Audiotherapie unterstützt Menschen mit CI dabei, sich in der Welt des neuen Hörens zurecht zu finden. Dazu gehört auch das adäquate Verhalten in unterschiedlichen Hörsituationen sowie die Pflege und Handhabung der CI-Bestandteile im Alltag.

HNO-ärztliche Betreuung

Im Einzelfall werden Patienten im Rahmen der postoperativen Rehabilitation vom ärztlichen Leiter des HTZ, einem HNO-Facharzt untersucht, um weiterführenden Rehabilitationsbedarf zu klären.

nach obenSozialintegrative Beratung und Selbsthilfeangebote

Das HTZ Potsdam berät Patienten zu bestehenden Hilfen von Institutionen, die sie nach einer CI-Versorgung in Anspruch nehmen können. Beispielsweise werden Fragen zum Schwerbehindertenausweis, Bezuschussung von Krankenkassen, oder zur Erwerbsunfähigkeit geklärt. Möglichkeiten der sozialen und beruflichen Integration werden aufgezeigt und bei vorhandenen Schwierigkeiten gemeinsam Lösungswege gesucht. Das ungewohnte Hörvermögen mit CI, Unsicherheit oder überhöhte Erwartung wirken sich auf die Kommunikation im familiären Alltag aus. In diesem Zusammenhang bieten wir auch den Angehörigen von CI-Trägern unterstützende Beratungsgespräche an. Auf Wunsch erhalten Patienten gemeinsam mit ihren Angehörigen Lösungswege und Anregungen, die über rein technisch-praktische Hinweise (z.B. Bedienungshinweise oder Batteriewechsel) hinausgehen. Die offene Selbsthilfegruppe im HTZ bietet weiteren Kontakt und Austausch.


Motiv © Marika Kude / pixelio.de (2006)